MILCHZIEGENRASSEN

Auf dieser Seite finden Sie die vom Bundesverband der Ziegenzüchter e.V. veröffentlichten Rassebeschreibungen. 
Die Zuchtbuchordnung des Hessischen Ziegenzuchtverbandes e.V. beruft sich in ihren Anforderungen an die einzelnen  Ziegenrassen auf die Rassebeschreibungen des BDZ. Zum Ende des Jahres 2018 werden neue Rassebeschreibungen ausgearbeitet und verabschiedet sein. Sie ersetzen dann die alten, hier noch abgedruckten. Die Ziegenrassen sind nach ihrer Nutzungsart unterteilt.

Fett geschriebene Ziegenrassen werden von den Mitgliedern der Vereinigung der Ziegenhalter und Ziegenzüchter für Wetterau und Umgebung züchterisch bearbeitet. Sie können in Rücksprache mit dem Vorstand Adressen der Züchter erhalten.

Anglo-Nubier-Ziege

Herkunft: 

Die Anglo-Nubier-Ziege ist aus der Kreuzung von englischen Landschlägen mit aus Afrika und Indien eingeführten Ziegenrassen entstanden. Sie ist überwiegend in Großbritannien verbreitet. 

Beschreibung: 

Die Anglo-Nubier-Ziege ist eine großrahmige, langbeinige Ziege mit korrektem Fundament, gerade gestellten Hinterbeinen ohne ausgeprägte Winkelung. Typisch für diese Rasse sind die langen, anliegenden, hängenden Ohren und die ausgeprägte Ramsnase. Die Tiere sind sowohl gehörnt als auch ungehörnt. Das Haar ist kurz, glatt und fein. Alle Farbkombinationen von braun, schwarz und weiß sind möglich. 

Maße und Gewichte:

Ziegen: 
Widerristhöhe: 80 – 90 cm; Gewicht: 70 – 75 kg

Böcke:
Widerristhöhe: ca. 100 cm; Gewicht: ca. 100 kg

Leistung:

Bei entsprechender Fütterung liegt die 

  • Milchleistung bei 700 kg mit
  • 4 bis 5 % Fett,
  • 3 bis 4 % Eiweiß.
  • Gute Fleischleistungseigenschaften,
  • Frühreife und gute Fruchtbarkeit,
  • im Durchschnitt zwei Lämmer pro Jahr.

Zuchtziel:

Angestrebt wird eine Ziege mit insbesondere auf Grund hoher Milchinhaltsstoffe hoher Wirtschaftlichkeit. 

Bunte Deutsche Edelziege

Herkunft: 

Die Bunte Deutsche Edelziege entstand aus den verschiedenen Farbvarianten braun getönter Ziegen aus allen Gebieten Deutschlands. Sie unterscheidet sich von der Weißen Deutschen Edelziege nur in der Farbe. 

Beschreibung: 

Die Farbe bei der BDE reicht von hellbraun bis schwarzbraun, mit schwarzem Aalstrich auf dem Rücken. Der Bauch und die Beinfarbe variieren von hell bis dunkel. 

  • mittlerer bis großer Rahmen
  • hornlose und gehörnte Tiere
  • kurze und glatt anliegende Behaarung
  • saisonale Brunst
  • Frühreife, Erstzulassung mit 7 – 9 Monaten
  • gut ausgebildete, drüsige Euter
  • klar abgesetzte, mittellange Striche
  • leichte Melkbarkeit

Maße und Gewichte:

Ziegen: 
Widerristhöhe: 70 – 80 cm; Gewicht: 55 – 75 kg

Böcke:
Widerristhöhe: 80 – 90 cm; Gewicht: 70 – 100 kg

Leistung:

  • bis zu 850 bis 1000 kg Milch
  • 3,2 bis 3,5 % Fett
  • 2,8 bis 3,0 % Eiweiß

Bei entsprechender Haltung und Fütterung sind bedeutend höhere Einzel-Milchleistungen möglich.

  • erste Ablammung im Alter bis 15 Monate
  • eine Ablammung pro Jahr
  • 1,8 bis 2,0 geborene Lämmer pro Jahr

Zuchtziel:

Angestrebt wird eine fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige Ziege mit hoher Wirtschaftlichkeit aufgrund hoher Fett- und Eiweißleistungen. Der Rücken sollte möglichst straff sein, mit breit angelegtem, nicht zu stark abfallendem Becken. Das Fundament soll trocken und nicht zu fein, die Beinstellung korrekt sein. Gefordert wird ein gleichmäßiges, geräumiges, drüsiges und fest angesetztes Euter, das weit nach vorne reicht. Die mittellangen, gleichförmigen und klar abgesetzten Striche sollen sich gut zum Hand- und Maschinenmelken eignen. 

Holländische Schecken

Herkunft: 

Die Holländer Schecken (häufig auch als Bunte Holländische Ziege bezeichnet) kommen aus den niederländischen Provinzen Südholland und Zeeland. Sie sind heute auch im übrigen Holland und z. T. in Belgien und Deutschland anzutreffen. Die Rasse ist entstanden durch Einkreuzung von Toggenburger Ziegen, Saanenziegen und Weißen Deutschen Edelziegen in die niederländischen Landziegen. 

Beschreibung: 

Mittelgroße, langbeinige, schwarz-, grau- bzw. braunweiß gescheckte kurzhaarige Ziegen mit langem Rumpf, tiefer, breiter Brust und kurzem Becken. Meist gehörnt, es kommen aber auch hornlose vor. 

Maße und Gewichte:

Ziegen: 
Widerristhöhe: 70 – 75 cm; Gewicht: 50 – 60 kg

Böcke:
Widerristhöhe: 75 – 85 cm; Gewicht: 70 kg

Leistung:

  • 600 bis 850 kg Milch,
  • 3,0 bis 3,2 % Fett,
  • 2,5 bis 2,8 % Eiweiß,
  • anspruchslos und widerstandsfähig,
  • frühreif,
  • fruchtbar.

Thüringer Wald Ziege

Herkunft: 

Die Thüringer Wald Ziege entstand um die Jahrhundertwende in Thüringen aus bodenständigen thüringischen Landschlägen, in die über einen begrenzten Zeitraum Schweizer Toggenburger Ziegen eingekreuzt wurden.
Das Hauptverteilungsgebiet ist Thüringen, es existieren jedoch nennenswerte Bestände über die gesamte Bundesrepublik verteilt. 

Beschreibung: 

Die Thüringer Wald Ziege ist mittelgroß, sowohl kräftige als auch feingliedrige Typen kommen vor, wie auch gehörnte und ungehörnte Tiere. Das Haarkleid ist kurz und glatt anliegend. Die Farbe erstreckt sich von hell- bis dunkelschokoladenbraun ohne Anflug von Fuchsfarbe und ohne Aalstrich, vereinzelt kommen auch schwarze Tiere vor. Die typische Kennzeichnung kommt zum Ausdruck an der ausgeprägten Gesichtsmaske mit den von der Überaugengegend bis zur Oberlippe weißen Streifen, weiß gesäumten Ohren und Maul, weißem Spiegel und weißen Unterbeinen. 

Maße und Gewichte:

Ziegen: 
Widerristhöhe: 70 – 75 cm; Gewicht: 40 – 55 kg

Böcke:
Widerristhöhe: 80 – 85 cm; Gewicht: 55 – 70 kg

(in Thüringen: Mindestanforderungen an tägliche Zunahmen für Körung von Böcken) 

Leistung:

  • Widerstandsfähig und anspruchslos,
  • vorwiegend milchbetonte Doppelnutzung (Milch und Fleisch), versärkt Einsatz in der Landschaftspflege,
  • saisonale Brunst, eine Lammung pro Jahr, in der Regel Zwillingsgeburten, Drillingsgeburten sind jedoch nicht selten,
  • Milchleistung 700 bis 800 kg mit durchschnittlich 3,5 % Fett. 

Zuchtziel:

Neben dem primären Ziel des Erhaltes der in ihrem Bestand bedrohten Rasse wird eine widerstandsfähige Ziege mit guter Milch-, aber auch Fleischleistung und hoher Fruchtbarkeit angestrebt.
In der Fortführung der Rasse ist auf Reinrassigkeit zu achten, Einkreuzungen sind zu vermeiden. Zur Selektion sollten Angaben zum Fremdblutanteil (u. U. im Zuchtpapier angeben) worliegen. 

Toggenburger Ziege

Herkunft: 

Die Toggenburger Ziege hat ihren Ursprung in der Schweiz. 

Beschreibung: 

Die Toggenburger Ziege wird kurz- und langhaarig gezüchtet, in hellbrauner bis mausgrauer Färbung. Die Ohren sind hell, ebenso führen helle Streifen vom Ohrgrund zum Maul. Beine, Schwanzansatz und angrenzende Körperteile sind hell bis weiß. Die Tiere dieser Rasse sind gehörnt oder ungehörnt. Die Brunst verläuft saisonal. Gezüchtet wird eine Ziege im mittleren bis großen Rahmen. 

Maße und Gewichte:

Ziegen: 
Widerristhöhe: 65 – 75 cm; Gewicht: 50 – 65 kg

Böcke:
Widerristhöhe: 75 – 85 cm; Gewicht: 65 – 75 kg

Leistung:

  • bis zu 700 bis 800 kg Milch
  • 3,5 % Fett
  • 3,0 % Eiweiß
  • erste Ablammung im Alter bis 15 Monate
  • eine Ablammung pro Jahr
  • 1,8 bis 2,0 geborene Lämmer pro Jahr

Bei guter Haltung und Fütterung sind bedeutend höhere Einzel-Milchleistungen möglich. 

Zuchtziel:

Angestrebt wird eine fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige Ziege mit hoher Leistung in Fett und Eiweiß. Der Rücken sollte möglichst straff sein, das Becken breit angelegt und nicht zu stark abfallend. Das Fundament soll trocken und nicht zu fein, die Beinstellung korrekt sein. Das Euter soll gleichmäßig, geräumig, drüsig, festangesetzt sein und weit nach vorn reichen. Die mittellangen, gleichförmigen und klar abgesetzten Striche sollen sich gut zum Hand- und Maschinenmelken eignen. 

Weiße Deutsche Edelziege

Herkunft: 

Die Weiße Deutsche Edelziege ging aus weißen Schlägen heimischer Ziegen, die mit Schweizer Saanenziegen veredelt wurden, hervor. Sie wurde bis 1928 auch als Saanenziege bezeichnet. Sie unterscheidet sich von der Bunten Deutschen Edelziege nur in der Farbe. 

Beschreibung: 

Die WDE hat eine weiße Farbe, leichte Pigmentflecken an Nase, Ohren und Euter sind zulässig.

  • mittlerer bis großer Rahmen
  • hornlose und gehörnte Tiere
  • kurze und glatt anliegende Behaarung
  • saisonale Brunst
  • Frühreife, Erstzulassung mit 7 – 9 Monaten
  • gut ausgebildete, drüsige Euter
  • klar abgesetzte, mittellange Striche
  • leichte Melkbarkeit

Maße und Gewichte:

Ziegen: 
Widerristhöhe: 70 – 80 cm; Gewicht: 55 – 75 kg

Böcke:
Widerristhöhe: 80 – 90 cm; Gewicht: 70 – 100 kg

Leistung:

  • bis zu 850 bis 1000 kg Milch
  • 3,2 bis 3,5 % Fett
  • 2,8 bis 3,0 % Eiweiß

Bei entsprechender Haltung und Fütterung sind bedeutend höhere Einzel-Milchleistungen möglich.

  • erste Ablammung im Alter bis 15 Monate
  • eine Ablammung pro Jahr
  • 1,8 bis 2,0 geborene Lämmer pro Jahr

Zuchtziel:

Angestrebt wird eine fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige Ziege mit hoher Wirtschaftlichkeit aufgrund hoher Fett- und Eiweißleistungen. Der Rücken sollte möglichst straff sein, mit breit angelegtem, nicht zu stark abfallendem Becken. Das Fundament soll trocken und nicht zu fein, die Beinstellung korrekt sein. Gefordert wird ein gleichmäßiges, geräumiges, drüsiges und fest angesetztes Euter, das weit nach vorne reicht. Die mittellangen, gleichförmigen und klar abgesetzten Striche sollen sich gut zum Hand- und Maschinenmelken eignen.